Montag, 5. März 2007

Gemeinschaftsbericht :Frühlingslauf im Morvan

Von Hase und Charly


Heute war Ausflugszeit angesagt. Es ist Frühling ! Seit Wochen schon wollen Charly und ich endlich einmal einen Ausflug in den Parc Naturel Régional du Morvan machen, und heute, bei wunderschönstem sonnigen Frühlingswetter, war es dann soweit. Laufklamotten angezogen, was Trockenes zum Umziehen mit eingepackt, ein Picknick vorbereitet (mit dem superleckeren Brot von unserer Semurer Ich-bin-zwar-unfreundlich-aber-ich-kann-mir-das-erlauben, denn-bei-mir-gibt-es-das-weltbeste-Baguette-Bäckerin), ins Auto gesetzt und los gings. Und Charly und ich sind ja so schlau und lernfähig. Nachdem wir uns bei unseren letzten Läufen, bei denen wir neue Gebiete erkunden wollten, jedesmal aufs Übelste verfranst haben - wir sind ja alle beide nicht so die Orientierungskünstler, ne - haben wir diesmal die Original Michelin-Karte mitgenommen, die uns wohlbehalten durch den Forêt au Duc geleiten sollte.

Wir kamen in Roche des Fées an und stellten erstmal das Auto ab. Souverän und im Selbstbewusstsein des Orientierungshelden wies ich mit der Karte in der Hand in die Richtung, in die auch das Auto zeigte. Der Arm wurde schwerer, je länger wir die Karte anschauten und dann feststellten, dass das mit Sich-er-heit nicht der Weg ist. Wir wären schon auf dem ersten Meter auf dem Holzweg gewesen. Haha, Holzweg ist gut mitten im Wald.
Naja, dann eben die Karte ein wenig im Uhrzeigersinn drehen und schon ist die Perspektive eine ganz andere.
Wir zogen uns um, legten noch eine Pinkelpause ein und sausten los in Richtung Hauptstrasse und nach 100 Metern wieder nach rechts hinein in den Nationalpark. Schön ist es im Wald. Man darf sich den Wald nicht so vorstellen wie in Deutschland, der hier ist komplett asphaltiert, schließlich liegen in den Wäldern noch ein paar Dörfer. So kamen wir an einem See an. Hier könnte man im Sommer toll baden, vor allem ist hier kein Mensch, da kann mans aushalten. Und es stehen auch ein paar Picknicktische herum, da können wir doch nachher unser Picknick abhalten?! Jawohl, das machen wir, aber erst warteten noch ein paar Hügelchen auf uns.

Wir hoppelten also am See vorbei und tiefer in den Wald hinein, Charly mit unserer überlebenssichernden Wanderkarte fest in der Hand und vor allem auch im Blick. Nach einer Weile sagte ich dann lachend zu ihm, Mensch, jetzt bewunder doch mal die wunderschöne Landschaft und starre nicht immer nur auf deine Karte !!, das wirkte. Wir waren ganz hin und weg von dem schönen Wald, in dem die Vöglein voller Frühlingseuphorie um die Wette zwitscherten und in dem wir keiner Menschenseele begegneten. Aber diese Tatsache erklärt sich von selbst: es ist Sonntag, es ist 13 Uhr und wir sind in Frankreich. Stichwort Mittagessen ! Trotz der idyllischen Umgebung wurde ich mit jedem Kilometer, den wir vorankamen, immer nervöser, denn es ging stetig bergab, und zwar steil. Und soweit hatte ich im Physikunterricht dann doch aufgepaßt, um zu wissen, daß es, wenn es viel bergab geht, gezwungenermaßen auch wieder viel bergauf gehen muß, wenn man wieder an seinen Ausgangspunkt zurückkommen will. Aber egal, das packen wir schon, schließlich sind wir Semurer und keine Flachlandbewohner.

Ja, zunächst gings ja nach oben. Dank GPS konnte ich Hase ordentlich nerven. Ich sagte ihr ständig die aktuelle Höhe. Waren wir zunächst ganz oben bein 566 Höhenmetern, worauf Kerstin meinte, dass da die Luft schon ganz schön dünn wäre, gings nun immer schön weiter nach unten. Es spricht ja nix gegen nach unten laufen, aber die Physik, die Physik. Newton hat doch den Käse mit der Schwerkraft erfunden, dafür gehört ihm heute noch der Hintern versohlt.
Immer schön weiter nach unten liefen wir. Der Wald war einfach traumhaft, stellte ich fest, nachdem ich nicht mehr steif in die Karte guckte. Ich konnte es einfach nicht lassen, Kerstin zu sagen, wieviel Höhe wir schon verloren haben. Schließlich müssen wir das alles wieder hoch. Na bravo.
Wir machten ein Wettrennen mit einem Zitronenfalter, der ist ewig lang vor uns her geflogen, aber letztlich haben wir ihn doch noch ordentlich versägt.
Dort unten hörten wir nun schon den Fluß und kurz darauf sahen wir ihn auch schon. Cure heisst er, wie die gleichnamige Band. Also sind wir unten am Fluß, dann gehts auch nicht weiter nach unten. So, das genügt, wir waren auch nur noch bei 370 Höhenmetern, also gings 200 Meter nach oben. Wieder die Karte zu Rate gezogen und an einer Brücke die richtige Route eingeschlagen und von nun an gings bergauf.

Ja, es ging bergauf, das ist keine Übertreibung. Bergauf ging es. BERGAUF !! Erstaunt nahm ich zur Kenntnis, daß Charly heute ausnahmsweise einmal mein Angebot, gerne in seinem eigenen schnelleren Tempo vorauszuhoppeln, annahm. So lief ich gemütlich in meinem ganz eigenen langsameren Tempo die extreme Ansteigung hoch und rief ihm noch hinterher, daß er bei eventuellen Weggabelungen doch bitte auf mich warten solle, da er ja unsere lebenswichtige Karte noch immer fest in der Hand hielt und ich keine große Lust hatte, mich zu verlaufen und weder Charly noch das Auto jemals wiederzufinden. Er meinte, er würde dann einen Schuh liegenlassen, der mir die richtige Richtung weisen würde. Scho recht, Charly :)
Als ich ihn dann wiederfand, etliche Höhenmeter später und dennoch den wunderschönen Wald mit seinen plätschernden Bächen und saftig grünen Nadelbäumen genießend, saß er grinsend am Rocher de la Pérouse, ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen und genoß die umwerfende Aussicht.
Guckst du hier: http://www.petit-patrimoine.com/fiche-petit-patrimoine.php?id_pp=89318_9

Die Aussicht war echt der Wahnsinn. Mittlerweile waren wir ja auch schon wieder 100 Meter nach oben geklettert. Vor uns lag nur Wald und Wald und nochmal Wald, soweit das Auge reichte. Unten war der Fluß zu sehen. Es ist nicht ganz leicht zu beschreiben. So saß ich auf einem Felsen und wir guckten in die Landschaft. Aber schließlich rappelten wir uns wieder auf und liefen den Rest des Anstiegs hoch, was ja auch nochmal 100 Höhenmeter bedeutete. Ich lief wieder voraus und als ich fast oben war, hab ich auf einer Bank wieder auf Kerstin gewartet.
Nun waren wir fast oben und da fiel mir auf, dass die Bäume unglaublich gesund aussehen. Die verschiedenen Nadelbäume standen richtig saftig in voller Pracht da. Die Äste bogen sich nicht traurig nach unten, sondern strebten nach oben. Es war totenstill im Wald, kein Mensch, kein Auto, kein Fußgänger, absolut nichts. Nur wir zwei und unsere Schritte, die über den Boden trippelten. Eine unglaubliche Stille, abgesehen vom Vogelgezwitscher und dem Geklopfe eines fleißigen Spechts, der sich wohl unbedingt eine Gehirnerschütterung holen wollte. Meine Karte hatte ich noch immer in der Hand und mittlerweile kam ich auch klar mit der Orientierung. Ganz wichtig erklärte ich meinem Schatz ständig, dass es jetzt noch 800 Meter geradeaus geht und dann müssen wir nach links um wieder einen fachmännischen Blick auf die Karte zu werfen.
Ich behauptete, dass wir am Ende so 13 – 14 km hätten, was sich natürlich als falsch herausstellen sollte und ich die mentale Stärke von Kerstin trainierte. Doch zunächst sahen wir mitten im Wald ein einsames großes Haus, ein Forsthaus.


Charly war schon extrem putzig in seinem Stolz, den richtigen Weg für uns zu finden. Aber trotzdem - nee, 13 – 14 km, das kam mir etwas zu wenig vor. Ich behauptete, wir kämen auf mindestens 15, wenn nicht mehr. Aber Charly war der Fachmann mit der Karte und insistierte, daß das maximal 14 km seien. Na gut. Da er uns so absolut sicher und ohne sich ein einziges Mal zu verhoppeln durch den Wald geführt hatte, glaubte ich ihm das. Als er mich dann aufklärte, daß wir jetzt 12 km hinter uns hätten, stellte ich mich demnach darauf ein, nur noch eineinhalb bis zwei Kilometer zu laufen zu haben. Das geht. Nur daß Charly mir dann etwas später sagte, öhm, das mit den 13 – 14 km wäre wohl etwas optimistisch gewesen und ich hätte wohl recht gehabt und wir würden auf 16 Kilometer kommen. Und außerdem wollte er noch von mir wissen, warum ich ihm denn immer wieder glauben würde ? Ich sei ja selbst schuld und verdiene es ja nicht besser ! Die letzten Kilometer liefen aber trotz allem recht gut, da es jetzt nicht mehr bergauf ging, und so liefen wir noch einmal durch einen unglaublich dichten Nadelwald, in dem es richtig dunkel wurde und kein Sonnenstrahl duchkam – ich liebe diese Art Wald ! -, es wurde kalt und ich mußte meine Jacke wieder anziehen, wir liefen die letzten zwei Kilometer flott runter und freuten uns auf unser Mittagessen, das wir uns redlich verdient hatten, wie wir fanden.

Und wie wir unser Mittagessen am Nachmittag verdient haben. Aber zunächst hat sich unsere Stirn gerunzelt. Wo vorhin an unserem ausgewählten Picknicktisch kein Mensch war und der See in Stille dalag, waren jetzt etliche Leute unterwegs. Man fuhr wohl nach dem Mittagessen raus zum See, gaaanz nah und dann wird um den See gegangen, dass man sich später den Kuchen auch verdient hat. Ne, darauf hatten wir jetzt aber gar keine Lust, wir waren die ganze Zeit alleine im Wald, also wollten wir auch in aller Ruhe alleine unser Baguette mümmeln. Wir liefen den Rest zum Auto, zogen uns um und fuhren ein Stückchen die Strecke entlang, die wir zuvor gelaufen sind und siehe da, wir fanden auch auf einer Waldlichtung einen Picknicktisch. Also raus mit unserer Tasche und an dem Tisch breit gemacht. Wir freuten uns über unser Schnippchen, das wir den Menschenmassen gemacht haben und säbelten fröhlich am Baguette herum.
Kaum das Messer angesetzt, kamen schon die ersten Wanderer vorbei, wünschten uns einen bon appétit und zogen ihres Weges. Jetzt kam auch hin und wieder ein Auto vorbei, die Gesichter klebten an der Scheibe, als sie zu uns raus sahen. Wieder und wieder kamen Wanderer vorbei, teils mit Rucksäcken, ein Motorrad, noch ein paar Autos. Es war ja schon kurios, dass wir zuvor wirklich auf 16 km keine einzige Menschenseele angetroffen hatten.
Wir ließen uns davon natürlich nicht stören, futterten gekochten oder rohen Schinken, wir waren uns da nicht so einig, nagten an Surimi (das sind so Fischstäbchen), und spachtelten den guten Mont d’Or. Ein total abgefahrener Käse, der zudem recht teuer ist. Ich überleg ständig, wie wohl französische Kässpatzen schmecken, mit diesem Käse. Muss ich mal ausprobieren. Dann gabs noch Cassis Marmelade. Eine superleckere Marmelade mit Cassis aus dem Burgund. Freunde, ihr macht euch keine Vorstellung davon, was es im Burgund für leckere Sachen gibt.

Nach dem Mittagessen, das an der frischen Luft mitten im Wald natürlich noch viel besser schmeckt als es das sowieso schon tut, beschlossen wir, noch ein bißchen Auto-Sightseeing durch den Morvan zu machen. Wenn wir schon mal hier sind. Ich übernahm die Karte und die Führung und lotste Charly über sehr kurvige und hügelige Straßen und durch extrem abgelegene Dörfer. Diese Dörfer liegen so dermaßen mitten in der Pampa, daß man sich echt fragt, ob es dort schon elektrischen Strom und fließendes Wasser gibt. Aber bildhübsch ist es im Morvan. Wen es interessiert, die offizielle Seite des Morvan ist die hier: http://www.parcdumorvan.org/
Was für ein schöner Frühlings-Lauf-Ausflug das war !

Sonntag, 18. Februar 2007

Langer Lauf am Kanal entlang

Heute wollte ich wieder ein bißchen länger laufen. Das wird zu einem richtigen Sonntagsritual für mich - und ich muß aber auf mich aufpassen, nicht daß ich mich wieder übernehme, das wollen wir nicht mehr, bloß nicht !
Ich hab mich heute schon wieder auf meinen Lauf gefreut, allerdings war ich gestern abend wieder einmal bei den liebsten Nachbarn der Welt eingeladen (Begründung: "wir wollen dich einfach immer dabeihaben, wenn wir Freunde einladen", da freut sich das Hasenherz), und es wurde nach eins, bis ich ins Bett kam, und ich war heute morgen natürlich trotzdem bereits um sieben wach. Dementsprechend hatte ich die Befürchtung, daß das mit meinem langen Lauf aus Müdigkeitsgründen nichts werden würde, aber ich wollte es doch zumindest probieren. Also hab ich mir auf meiner Burgund-Karte eine schöne Strecke ausgesucht, die ich heute bei diesem herrlichen Sonnenschein abhoppeln wollte, und lief los. Es lief gut, der Müdigkeit würde ich ein Schnippchen schlagen. Ich wollte bis Pouillenay laufen, dort ein Stück am Canal de Bourgogne entlang bis Chassey, und von dort aus wieder zurück nach Semur. Ich hatte zwar keinen blassen Schimmer, wieviele Kilometer das dann eigentlich sein würden, aber egal, das würde ich dann ja herausfinden, und dafür hab ich ja schließlich mein GPS, nicht wahr ? Frohgemut lief ich durch die Sonne, und als ich in Pouillenay ankam, war ich schon bei 10 Kilometern. Nun also den Kanal entlang - schön war das. Absolute Ruhe, nur das Wasser, alle paar hundert Meter ein Schleusenhäuschen und ich. Trotzdem merkte ich, daß ich immer nervöser wurde. Ich hatte einfach keine Ahnung, wieviele Kilometer ich noch vor mir hatte, und ein Über-30-km-Lauf sollte es ja dann doch nicht werden..... immer angespannter hielt ich nach einem Dorf Ausschau, das Chassey sein könnte, aber es kam kein Dorf, nur immer noch weitere halb zerfallene und größtenteils unbewohnte Schleusenhäuschen.... In so einem Schleusenhäuschen würde ich auch gerne wohnen, hab ich mir überlegt (aber natürlich in einem etwas weniger zerfallenen Exemplar). Herrlich, die Ruhe, die da herrscht. Keine Nervensägen außenrum. Und so kam ich dann irgendwann doch in Chassey an, ich war mittlerweile bei 15 Kilometern und fragte mich, wie weit es wohl jetzt zurück bis Semur wäre. Hoffentlich nicht nochmal so weit ? Ich mußte jemanden fragen. Die erste Person, die ich in Chassey sehen würde, würde ich anhauen. Das sagt sich so leicht, aber es war Mittagszeit. Am Sonntag ! Da ist doch kein einziger Franzose auf der Straße. Alle am Essen. Essen ist wichtig in Frankreich ! Alles wie leergefegt, nur ein paar Schafe grasten am Wegesrand und versuchten dabei, möglichst natürlich auszusehen. Hm. Aber dann sah ich sie doch, die einzige Person von den über 60 Millionen Franzosen, die um diese Uhrzeit auf der Straße war, und was für ein Glück für mich, daß das ausgerechnet und zufällig in Chassey war ! Es handelte sich um eine attraktive Endvierzigerin in schicker Sonntagskleidung, die ihr Auto saubermachte. Am Sonntag. Hach, ich mag sie einfach, die Franzosen :)
Ich fragte sie, wie weit es denn noch bis Semur sei. Sie lächelte mich mit großen Augen an und sagte dann besorgt, "zu Fuß wollen Sie da hin ?" - "Ja...." - "Das ist aber noch sehr weit !" - "Au wei.... ja wie weit denn ?" - "Ja, ganz weit, ich denke mal, hm, so ungefähr, na ja, ca. 7 Kilometer...." Mir fiel ja so ein Riesenstein vom Herzen. 7 Kilometer, das ist ja gar nichts ! Ihrer Reaktion nach zu urteilen hatte ich mich schon darauf gefaßt gemacht, noch mindestens 50 Kilometer zurücklegen zu müssen.... und so bedankte ich mich freundlich und hoppelte fröhlich weiter. Sie hatte sich allerdings doch ein bißchen verschätzt, es waren noch gut 9 km bis Semur, aber es lief super und ich war gut drauf.
Und so kam ich nach 24 Kilometern wieder vor meiner Haustür an und freute mich.
Aber noch viel viel mehr freue ich mich, daß morgen endlich mein lieber Charly wieder zu mir kommt. Zwei Wochen kann er wieder bleiben, so können wir am Freitag meinen Geburtstag zusammen verbringen, ist das nicht schön ? Aber unsere Lieblingsnachbarn werden natürlich auch eingeladen, das versteht sich von selbst :)

Dienstag, 13. Februar 2007

Warum ich dich liebe

- weil du mir immer bei meiner blöden Macke hilfst, bereits am Abend den Frühstückstisch zu decken
- weil niemand so schön wie du Falco, Benny Andersson, Freddy Mercury und F.R. David imitieren kann
- weil niemand mich so zum Lachen bringt wie du
- weil du meine Rumzickphasen tolerierst
- weil du mir die grüne Schüssel hältst, wenn ich einen Magen-Darm-Virus habe
- weil du dich ehrlich und aufrichtig mit mir freust, wenn es wieder gut läuft bei mir
- weil du ehrlich wissen willst, wie es mir geht, wenn du mich fragst, wie es mir geht
- weil du mir meinen Yaris volltankst
- weil du mit mir peinliche 80er-Jahre-Videos auf Youtube anschaust
- weil du großzügig bist und ein Herz aus Gold hast
- weil du beim Keksemümmeln aufpaßt, daß keine Krümel auf den Boden fallen
- weil du morgens um sechs Uhr aufstehst, um mit mir zu frühstücken
- weil es dich nicht schockt, bereits um 21 Uhr mit mir ins Bett zu gehen
- weil du für uns kochst und einkaufst (und nicht zuviel Öl in die Pfanne tust)
- weil du dich um meine Wäsche kümmerst
- weil du glaubst, mich beim Watteln in- und auswendig zu kennen
- weil du immer magst, was ich dir koche
- weil dir immer im richtigen Augenblick das passende Sven-Zitat einfällt
- weil du soooo gut riechst
- weil du meinen Tee magst
- weil du bei meinem ersten Marathon unbedingt an meiner Seite sein willst
- weil du dich meinem langsameren Tempo anpaßt, wenn wir zusammen laufen
- weil du mir perfekte Wärmflaschen machst
- weil deine Haare so süß in alle Richtungen abstehen, wenn du morgens aufstehst
- weil du meine Mittagspause mit mir verbringst
- weil du so gut mit kleinen Kindern umgehen kannst
- weil meine Placebo-Begeisterung voll auf dich abgefärbt hat
- weil Ungerechtigkeit dich zur Weißglut bringt
- weil..... du-weißt-schon-was
- weil du mir so schön vorliest
- weil ohne dich alles doof ist
- weil es nichts Schöneres gibt als dein Lächeln, wenn dich etwas berührt oder du dich über etwas freust
- weil du mir so liebe Zettelchen im Hasenstall versteckst, bevor du wegfährst, und mir damit so eine Riesenfreude machst
- weil du so aufmerksam bist
- weil ich dir alles sagen kann, was mich bewegt oder bedrückt oder mir sauer aufstößt
- weil du es dir anhörst und mir dann auch ganz ehrlich sagst, wenn du mit manchen Punkten nichts anfangen kannst
- Und weil es noch 1000000000 Gründe mehr gibt. Deshalb liebe ich dich :)

Sonntag, 11. Februar 2007

Extrem-Matsch-Rutsching

Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter - oder wie war das gleich ? Na hoffentlich.
Aber mal von Anfang an.
Gestern abend war ich bei unseren Freunden Audrey und Philippe zum Essen eingeladen, und neben mir auch ein sehr sympathisches Ehepaar, beide so um die 50 und Ur-Semurer. Wir hatten einen sehr netten und lustigen Abend. Aber das beste ist, daß Jean-Paul auch Läufer ist und natürlich die ganze Gegend hier wie seine Jackentasche kennt. Also hab ich ihn gleich mal angehauen, ob er mir nicht eine besonders schöne Laufstrecke verraten könne, die ich vielleicht noch nicht kenne.
Er konnte :)
Es wurden Papier und Zettel hervorgekramt, und dann hat er gezeichnet und erklärt und Skizzen gemalt und beschrieben, was das Zeug hielt. Er wollte mir eine Strecke nahebringen, die er für eines der schönsten Eckchen im ganzen Auxois hält, und da war ich natürlich sofort Feuer und Flamme. Es war nicht ganz einfach zu erklären, da es größtenteils wirklich durch No-Man's-Land fernab der Zivilisation gehen würde, und seine Frau konnte auch nicht umhin, während seiner Beschreibungen mehrmals ein beängstigtes "oh wei, sie wird sich so verlaufen, sie wird sich verlaufen" hervorzustoßen, aber Powerhasi ließ sich nicht schrecken und war überzeugt, daß sie das schon schaffen würde. Auch wenn es eine Tatsache ist, daß ich nicht gerade eine Leuchte in Sachen Orientierung bin.
Jean-Paul hatte geschätzt, daß die Strecke mindestens 20 Kilometer lang sein würde, und das war mir recht, da ich heute sowieso länger laufen wollte.
Als ich heute morgen aufstand, regnete es. Grmpf. Stört mich ja eigentlich nicht, aber so einen langen Lauf schon bei Regen anzufangen, ist dann doch nicht das Wahre. Aber egal. Was mich viel mehr schreckte, war der Wind, der so richtig saftig um die Bäume blies. Aber egal. Ich bin kein Schattenparkerhasi und ich mach das heute, Punkt.
Ich bin vorm Loslaufen noch schnell bei Audrey vorbei und hab ihr gesagt, daß ich jetzt loslaufe, und daß sie doch heute abend bitte einfach mal bei mir anrufen möchte und dann den Suchtrupp losschicken, falls ich bis dahin noch nicht zurück wäre. OK, wird gemacht.
So lief ich los und war richtig guter Dinge. Ich freute mich auf diese Entdeckungstour, hatte den gezeichneten Plan von Jean-Paul sicher in der Jackentasche und ließ mich vom Wind und Regen nicht schrecken. Zuerst ging es nach Villars, das kenne ich auswendig, und dann Richtung Massingy, das kenn ich auch. Aber anstatt nach Massingy abzubiegen, muß ich links in Richtung "La Courtine" hoppeln, hat Jean-Paul mir erklärt. Das ist ein wunderhübsches Dorf, das ganz oben auf einem Hügel liegt und von dem aus man eine traumhafte Aussicht auf das Auxois hat. Aber ich bin ja zum Laufen hier und nicht zum Aussicht bewundern, außerdem bleibe ich während meiner Läufe grundsätzlich nicht stehen, also weiter.
In La Courtine sollte ich den ersten Weg links nehmen, so Jean-Pauls Hinweis. OK. Ab hier war es dann schon mal vorbei mit den asphaltierten Wegen - es wurde ein kleines bissi schmutzig (beschönigend ausgedrückt). Und dann fing ich an, mich hoffnungslos zu verfransen. Jean-Paul hatte es gut gemeint mit seiner Erklärung, aber er hat es mir schlicht und einfach zu gut erklärt. Hätte er mir einfach nur gesagt, ich solle dem Schild Richtung Cormaillot folgen, hätte mir gar nichts passieren können. Aber er hatte mir lang und breit erläutert, daß ich an mehreren Weggabelungen vorbeikommen würde, und daß ich die erste auf keinen Fall nach links abbiegen dürfe, die zweite nicht nach rechts, erst die dritte dann, halt, nein, es war doch die vierte, also nicht in Richtung Lavoir, sondern in die entgegengesetzte Richtung, verstehsch ? Öhm, nö, ich versteh gar nichts, aber ich werd schon klarkommen. Weit gefehlt. Ich hab mich an jeder Weggabelung verfranst, hab immer wieder die falsche Richtung genommen, bin immer mindestens 500 m bis 1 km in die falsche Richtung gehoppelt, bis mir klar wurde, daß das nicht stimmen konnte, also wieder zurück..... und das ganze Spielchen mehrmals. Ich hab versucht, es mit Humor zu sehen und mich nicht aufzuregen, hatte ich doch erst 8 km hinter mir. Was mir die Sache enorm erschwert hat, war der Schlamm. Die Wege waren total aufgeweicht und ich steckte manchmal fast bis zum Knöchel im Schlamm (meine Schuhe sehen jetzt vielleicht aus !!), und das glitscht und rutscht dann immer so nett, daß man bei jedem Schritt, den man macht, wieder um die Hälfte zurückrutscht. Schlimmer als Schnee ist das, der Kraftaufwand ist immens.
Nach mehreren Fehlversuchen hatte ich dann doch die richtige Richtung gefunden, ich war nun wirklich fernab von jeder Zivilisation mitten im Wald, dazu regnete es immer heftiger und der Wind blies immer fieser, aber ich hoppelte tapfer weiter. Laut Jean-Paul sollte ich dann einfach dem Weg folgen, irgendwann würde es wieder bergab gehen und ich würde auf der Straße landen, und dort solle ich Richtung Lantilly laufen. Es ging in der Tat bergab, Bergab"laufen" im knöcheltiefen Extremmatsch ist auch lustig, man rutscht eigentlich mehr als daß man läuft, und ich fand es schon wieder fast amüsant, ich rutschte fröhlich vor mich hin und ließ mich naßregnen. Bis ich dann auf einmal an eine Kreuzung mitten im Wald stieß. Ich hatte nun die Möglichkeit, nach links zu rutschen, nach rechts oder geradeaus. Und ich hatte keine Ahnung. Weiterrutschen würde ich müssen, soviel war klar, aber in welche verdammte Richtung ? Und warum hat Jean-Paul diese verdammte Kreuzung nicht erwähnt ? Ich folgte einfach meinem Haseninstinkt und bog nach rechts ab. Wahrscheinlich, weil es da "am bergabsten" ging und ich ja "unten" die Straße wiederfinden sollte. Und so war es dann auch. Nach noch ca. einem weiteren Kilometer Extremschlammbergabgerutsche fand ich mich auf der Straße nach Lantilly wieder und hätte vor Freude fast geheult. Was für eine unendliche Wohltat, auf Asphalt zu laufen !!! Leider sollte mir diese Freude nicht lange erhalten bleiben. Ich fand das Dorf Cormaillot (ich schätze mal: zwischen 37 und 43 Einwohnern dürfte es haben, die Hühner und Schafe mit eingeschlossen), durchquerte es, wie von Jean-Paul angewiesen, und fand mich, sobald ich durch war, erneut auf einem Schlammweg wieder. Was hatte ich das vermißt *mit den Augen roll*. Na gut, da muß ich durch. Das Fiese war nur: diesmal ging es im Extrem-Matsching steil bergauf. Und das ist ja mal richtig gemein. Gegenwind hatte ich natürlich auch, und ich rutschte bei jedem Schritt eigentlich immer wieder fast genausoweit zurück, wie ich vorwärtsgekommen war - es war eine Qual. Ironischerweise kam ausgerechnet jetzt, genau in diesem Moment, in meinem IPod das Lied Mittelpunkt der Welt von Element of Crime, in dem Sven singt, Kaufst du Schuhe, nimmst du die mit den Nägeln untendran. Haha, sehr witzig. Ja danke, Sven, die hätte ich jetzt auch gerne, bringst du sie mir schnell vorbei ? Ich verfluchte diesen ganzen verdammten Lauf und das Auxois und Jean-Paul und, wenn wir schon dabei sind, überhaupt ganz Frankreich und alle Franzosen, jawohl, alle doof :)
Ich machte dann etwas, was ich sonst nie mache. Wirklich nie. Fragt Charly, der wird es euch bestätigen. Ich konnte einfach nicht mehr und hörte deswegen auf zu laufen und bin stattdessen gegangen. Einfach so. Charly, da fällt dir die Klappe runter, was ? Aber es stimmt ! Ich bin diesen ganzen verfluchten Matschberg hochgegangen und bin erst wieder in Laufschritt verfallen, als es wieder eben und nicht mehr ganz so matschig war.
Ich sags euch ehrlich, der Spaßfaktor war bei diesem Lauf sehr gering. Es war einfach eine Qual, sich durch diesen rutschigen Matsch zu kämpfen. Irgendwann kam ich dann an eine Kuppe, an der ich eine wunderschöne Aussicht über die ganze Landschaft hatte, und dachte mir auf einmal, wow, das ist ja wirklich wunderschön ! Ich hab ganz vergessen, die schöne Landschaft zu bewundern, aber ich war ja auch viel zu sehr mit der Rutscherei beschäftigt ! Da hab ich mir dann vorgenommen, diesen Lauf noch einmal mit Charly im Frühling zu machen, aber nur, wenn es mindestens ein paar Wochen vorher keinen Tropfen geregnet hat und die Wege trocken sind. Aber staubtrocken, bitteschön ! *insistier*
Ich kam dann irgendwann wieder nach Villars rein und freute mich, daß ich mich jetzt zumindest nicht mehr verlaufen würde und wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Noch 5 Kilometer bis Hasenstall, los, Hase, das packst du.
Psychisch nicht sehr aufbauend war dann wieder einmal mehr meine liebe verhaßte Semurer Allee. Sie ist genau 2.5 km lang, das ist nicht viel, aber ich hatte vollen Gegenwind und einfach nur den Eindruck, sie sei mindestens 42 km lang, wenn nicht noch mehr. Sie ist einfach so schnurgerade ! Wie wichtig der Kopf bei sowas ist, ist wirklich erstaunlich. Aber ich habe auch die Allee noch bekämpft und landete nach genau 23 Kilometern wieder vor meinem Hasenstall. Gebraucht hab ich dafür 2 Stunden und 41 Minuten. Für Extrem-Matsch-Rutsching gar nicht so schlecht, finde ich. Ich hab's geschafft :)

Samstag, 3. Februar 2007

Über die zweitschönste Sache der Welt :)

Ich komme gerade eben vom Laufen zurück. Ich hab noch nicht mal geduscht, ich Ferkel, das mach ich dann gleich, ich wollte mich jetzt sofort und unmittelbar an den Computer setzen und meine euphorischen Hochgefühle niederschreiben, das ist mir jetzt einfach ein Bedürfnis. Laufen ist so unsagbar genial. Heute ist Samstag, ich muß nicht arbeiten, ich hab auch sonst nichts Größeres vor und Charly ist leider auch gerade weit weg von mir, und so hab ich mich schon den ganzen Vormittag aufs Laufen gefreut. Ich hab meinem Lauf heute richtiggehend entgegengefiebert. Heute morgen war der Himmel noch bedeckt, aber gegen Mittag kam dann Wind auf, der die Wolken ganz schnell alle weggeblasen hat, und so war der Himmel, als ich rausging, strahlend blau und die Sonne strahlte nur so. Etwas windig war es auch, aber nicht so, daß das störend gewesen wäre. Und so lief ich los und war sofort in meinem Element. Es hat sich einfach nur rundum gut angefühlt. Ich wollte heute nicht so lange machen und bin deswegen in Semur geblieben, bin meine Semurer Hausrunde gelaufen, hab sie dann aber doch etwas verlängert, so daß ich auf 9 Kilometer kam. Aber das waren heute ganz besonders schöne 9 Kilometer. Es lief einfach perfekt. Ich lief für meine Verhältnisse relativ flott, in einem glatten 6-Minuten-Schnitt, und ich hatte das Gefühl, ich fliege. In meinem IPod lief mein ganz persönlicher Best-of-Placebo-Ordner, das ist momentan an Musik sowieso das Genialste, was es gibt, und ich hab mich einfach nur gefreut, daß ich laufe und sonst nix. Es so gut wie nichts Schöneres, nur eine Sache ist noch schöner, aber darum soll es jetzt hier nicht gehen, es geht ums Laufen. Charly und ich können es immer überhaupt nicht verstehen, wenn andere Läufer von ihrem "inneren Schweinehund" berichten und davon, daß sie den oft erst überlisten müssen, bevor sie laufen gehen. Das ist uns ein Rätsel. Ich habe eigentlich immer Lust zu laufen. Mal läuft es besser und mal schlechter, ja, das stimmt sicher, aber an der Lust oder am "inneren Schweinehund" scheitert es bei mir nie. Ich kenne dieses eigenartige Tier nicht. Doch, höchstens andersrum - wenn ich weiß, ich sollte mal einen Tag Pause machen, und mein innerer Schweinehund will mich dazu überreden, doch laufen zu gehen, ja, das ist dann schon immer ein ganz schöner Kampf :) Ich empfinde es einfach als eine Lust, zu laufen. Ich laufe, weil ich es liebe, das ist mein Hauptgrund. Alle anderen Gründe, die sicher auch noch fürs Laufen sprechen, kommen bei mir erst sehr viel später. Und dazu dieses Strahlewetter heute. Ich bin der Sonne entgegengelaufen und auch dem Wind, normalerweise mag ich Wind beim Laufen gar nicht, aber heute war es grandios, diesen Wind zu fühlen, die Sonne stand schon flach und stach mir direkt in die Augen. Ich fühlte mich beflügelt. Meine Beine habe ich nicht gespürt. Wirklich, ich bin fast geflogen, ich fühlte mich schwerelos. Mein Atem ging ganz gleichmäßig und es lief wie von selbst. Ich dachte an meinen Charly und lief in Gedanken direkt in seine Arme hinein. Ich fühlte mich unbesiegbar, ganz leicht, ganz frisch und voll sprühender Energie. Einfach nur wunderbar, zum Abheben.
Laufen ist wirklich die zweitschönste Sache der Welt :)

Dienstag, 23. Januar 2007

Mich gibt's noch

Jetzt will ich doch auch mal wieder was erzählen, auch wenn man eigentlich alles, was so bei mir passiert, auch ganz wunderbar in Charlys Blog nachlesen kann (siehe Link rechts). Er ist nämlich jetzt schon seit über zwei Wochen bei mir, deswegen verbringe ich natürlich meine Zeit auch lieber anderweitig als am Computer. Unter anderem laufend, mit Charly zusammen (wenn ich nicht gerade Werhasi morgens um vier mache, denn da streikt er, was ich ja gar nicht nachvollziehen kann). Und das Schönste daran ist: ich kann wieder laufen ! Mein Knöchel gibt endlich wieder richtig Ruhe. Fast vier Monate hab ich mich damit rumgeärgert, aber jetzt läuft es endlich wieder richtig gut und ohne Probleme. Geduld und nochmals Geduld zahlt sich einfach aus.... jetzt kann ich das leicht sagen, aber noch vor zwei Monaten war ich ganz schön verzweifelt, weil ich dachte, das wird nie mehr besser.
Ich hab in den letzten zwei Wochen natürlich auch ein paar Tage freigenommen, und wir haben es auch endlich geschafft, zusammen nach Paris zu fahren. Das war ein ganz wunderschöner Tag und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Charly Paris zu zeigen. Ich mag aber gar nichts weiter darüber erzählen, denn Charly hat in seinem Blog einen schönen langen Bericht darüber geschrieben und Fotos dazu reingestellt (ich verweise erneut auf den Link hier rechts), aber ich möchte euch dennoch ein Foto nicht vorenthalten, das uns bei dem Versuch zeigt, uns beide gleichzeitig aufs Foto zu bringen, und es bleibt dem geschulten Auge wohl auch nicht verborgen, daß ich es mir nicht verkneifen kann, dabei klugscheißerische Anweisungen von mir zu geben :)))



Am letzten Samstag wurden Charlys und meine Babysitterdienste in Anspruch genommen, von unseren Nachbarsfreunden. Audrey (die Mama) wollte mit Mina (ihrer großen Tochter) alleine zum Babyschwimmen gehen, und Philippe (der Papa) mußte arbeiten, deswegen fragte sie uns, ob wir an dem Vormittag auf Orane (ihre kleine Tochter) aufpassen könnten. Nun schaut euch an, wie putzig Orane ist. Wer könnte da schon nein sagen ?



Wir haben unseren Job dann auch sehr ernst genommen und äußerst gewissenhaft erledigt, vor allem Charly. Wir sind mit Orane im Kinderwagen spazierengegangen, und mich hat die Ernsthaftigkeit und die Konzentration, mit der Charly die Kleine über das Semurer Kopfsteinpflaster schob, sehr berührt. Ich sagte zu ihm, "du bist aber wirklich sehr konzentriert bei der Sache", worauf er erwiderte, "na hör mal, das ist doch schließlich auch kein Gemüse, das ich hier durch die Gegend schiebe !" :)

Unser letzter gemeinsamer Lauf war dann am Sonntag. Bis auf zwei Hundezwischenfälle lief alles prima (an denen aber nicht die Hunde schuld waren - die waren nett - sondern deren grenzenlos überforderte Besitzer), wir kamen heim, ich ging duschen, alles war gut, bis ca. 5 Minuten nach dem Duschen. Da merkte ich auf einmal, au weia, meinem Bauch gehts nicht gut, aber gar nicht gut. So dermaßen gar nicht gut, daß ich gleich einmal eine Schüssel herholte, für alle Fälle. Und das war gut so, denn die hab ich dann auch ziemlich schnell gebraucht. Das war dann also ein Magen-Darm-Infekt. Nett. Ich bin doch eigentlich nie krank - ? Nun, in dem Fall war ich es, aber ich hatte das riesige Glück, meinen aufopferungsvollen und fürsorglichen Krankenpfleger bei mir zu haben, der mich voller Liebe gepflegt hat. Ich erspare euch jetzt die weiteren Details *öhm*, aber vorhin mußte ich so über Charly lachen. Ich hab mich nochmal bei ihm für seine total liebe und fürsorgliche Pflege bedankt und dafür, daß er immer so lieb bei mir war und gewartet hat, bis ich mit der Kotzerei fertig war, bevor er die Schüssel weggetragen hat.
Woraufhin er absolut trocken meinte, "wieso - hätte ich sie vielleicht schon vorher wegziehen sollen ?" :)))
Deswegen an dieser Stelle auch nochmal ein ganz dickes Dankeschön an dich, mein lieber Charly *kuss*

Heute geht es mir schon etwas besser, ich bin noch etwas schwach auf den Pfoten, aber der Mageninhalt bleibt drin. Meine 50 Kilomter von letzter Woche werde ich diese Woche also nicht toppen können, aber das muß ja auch nicht sein :)

Der Winter ist jetzt auch endlich da. Hier in Semur liegen ca. 10 - 15 cm Schnee und wir haben ein richtiges Winter Wonderland. Besser, der Winter kommt im Januar als erst im April, oder ?

Montag, 25. Dezember 2006

Christmas Surprise

Mir hat das Christkind dieses Jahr ein ganz besonders schönes Geschenk gebracht. Ich bin am Freitag abend nach der Arbeit in Richtung Heimat zu den Eltern gefahren. Die ganze Woche hab ich frei, was für eine Wohltat ! Der einzige Wermutstropfen an der ganzen Sache ist, daß Charly noch bis Freitag morgen arbeiten muß und wir uns erst am 29. Dezember sehen können :(

Das dachte ich zumindest.

Und so steh ich am Heiligabend am Nachmittag so ganz ahnungslos in der Küche und koche meinen Tee, als ich auf einmal merke, daß mir dabei jemand von hinten über die Schulter guckt. Ich denke mir noch, hm, seit wann interessiert sich Papa denn so genau dafür, wie ich Tee koche ? Dann dreh ich mich um und lass erstmal einen Schrei los und schmeiße vor lauter Schreck den Teelöffel weit weg.

Vor mir stand mein Charly !!!!
Leibhaftig !!!

Da ist er doch glatt direkt nach seiner Frühschicht mittags die 340 Kilometer bis ins Frankenland hochgefahren, um den Heiligabend und die Nacht mit mir verbringen zu können. Und heute morgen um acht gleich wieder die 340 Kilometer zurück ins Allgäu, um pünktlich zur Spätschicht wieder an Ort und Stelle zu sein.
Ist das nicht verrückt ?
Und ich hab mich soooo gefreut :)

Ich glaube, das muß Liebe sein :)


Merry Christmas to you all !

Dienstag, 12. Dezember 2006

Lost in Semur

Ich mag es gar nicht so laut sagen, deswegen flüstere ich es nur, aber freuen mag ich mich trotzdem: heute bin ich schon zum drittenmal in Folge gelaufen, ohne daß mein Knöchel nennenswert aufgemuckt hätte. Am Samstag 7 Kilometer, am Sonntag 10 und heute 8. Und nix hat wehgetan. Das ist doch was, oder ? Es ist zumindest alles andere als eine Selbstverständlichkeit, das haben mich die letzten Wochen gelehrt, und so weiß ich jetzt wieder jeden schmerzfreien Lauf richtig zu schätzen und kann mich einfach nur darüber freuen.
Am Donnerstag hab ich einen Termin bei einer Physiotherapeutin in Montbard, die selber auch Läuferin ist, schaun wir mal, was die so sagen wird. Daß sie Läuferin ist, war mir ein sehr wichtiger Aspekt, nicht daß sie mir am Ende noch das Nordic Walking nahelegen will *grrrr*, und bei einer Läuferin ist diese Chance gleich null, und bei einer französischen Läuferin gleich noch viel weniger, weil es Nordic Walking hier in Frankreich gar nicht gibt :)
Durch mein schönes weihnachtliches Semur bin ich heute gehoppelt. Die Weihnachtsdeko in der Fußgängerzone ist richtig hübsch, das haben sie gut hingekriegt, die Semurer, da hängt einfach nur eine wunderschöne Lichterdecke am Himmel. Das hat mir gut gefallen. So kam ich am Twinner vorbei, das ist der Semurer Sportladen, wo der immer sehr freundliche und zuvorkommende Chef (er ist ja auch Geschäftsmann) gerade vor der Tür stand und mir applaudierte, als er mich vorbeilaufen sah. Ich grinste ihn an und dachte mir, ja, klatsch du nur schön, deine sündhaft teuren Laufschuhe kauf ich dir trotzdem nicht ab, die sind in Deutschland billiger *ätsch* :)
Und dann lief ich meine Lieblingsstrecke unten am Armançon entlang, da ist es einfach immer wieder aufs neue total schön, und steuerte aufs Semurer Neubaugebiet zu, da bin ich nicht so oft. Und als ich da so durch die Straßen lief und mir die Häuser anschaute, die alle noch nicht viel älter als ein paar Jahre sind, fiel mir eines mal wieder ganz extrem auf: die Franzosen haben erst vor wenigen Jahren *ironiemodus an* den stilvollen, dezenten, geschmackvollen Weihnachtsschmuck in Form von Lichterketten etc. entdeckt *ironiemodus aus*, und das wird jetzt gnadenlos ausgelebt bis zum Erbrechen, jedes Jahr noch ein wenig mehr.
Zu Hülf !! Da blinkte und blitzte und funkelte und glitzerte es von den Dächern, aus den Vorgärten, aus den Fenstern, von den Garagen, was das Zeug hielt, leuchtende Rentiere auf den Dächern, Weihnachtsmänner, die die Häuserwand erklimmen und dabei eine grün blinkende Hose tragen, Lichterketten in den abenteuerlichsten Disco-Farben, und das eigentlich von jedem Haus aus, mir wurde ganz schwindelig und ich wußte gar nicht mehr, wo ich noch hinschauen sollte. Mich hat das dann ohne Witz so irritiert, daß ich gar nicht mehr wußte, wo ich war und wo ich eigentlich hinlaufen mußte. Lost in Semur, und das wegen Rudolph, the red nosed reindeer und seiner gesamten Verwandtschaft.
Hm - weniger ist mehr ? Wär das nicht ein Motto ? Mal beantragen.

Samstag, 25. November 2006

Wochenende

Wochenenden sind etwas Schönes.
Dieses Wochenende auch, einfach zum Ausruhen und An-Gar-Nichts-Denken (und auch dazu, den Hasenstall charlyfein zu machen, der am Montag schon wieder zu mir kommt, hurra), aber noch viel viel schöner war das letzte Wochenende, das war nämlich richtig lange (von Freitag bis Dienstag), und ich war im Allgäu. Das war aber arg nice. Ich konnte endlich mal so richtig abschalten und habe morgens sogar teilweise bis um zehn Uhr geschlafen, das hab ich ja schon seit Jahren nicht mehr geschafft. Außerdem habe ich einfach nur lauter schöne Sachen mit Charly gemacht.
Wir waren laufen (und haben uns auch ein bißchen verlaufen, aber das ist uns nicht peinlich, nö), durch einen absolut wunderschönen traumhaften Wald, mit vielen vielen richtig riesengroßen Nadelbäumen, ich war absolut hin und weg von der Schönheit dieses Waldes. Und ich schreibe "Nadelbäume", weil ich natürlich keine Ahnung habe, um welche Art Nadelbäume es sich dabei gehandelt hat *oops*.
Wir waren in Kempten und haben ordentlich eingekauft, man muß sich auch mal was gönnen, wenn man schon das ganze Jahr nur arbeitet, jawohl !
Wir waren bei Charlys Eltern und haben leckeren Kuchen und leckere Plätzchen gegessen, von einem echten Konditor (Charlys Bruder) mit viel Liebe und Aufwand gebacken, schaut mal, genauso toll wie die aussehen, schmecken die auch:



Wir haben gekocht, wir waren im schönen Kaufbeuren, wir haben Karten gespielt. Pokern ist nett :) Und ich kann doch tatsächlich noch watteln und habe es Charly beigebracht ! Ich hab es nicht verlernt, auch wenn ich bei einigen Dingen erst eine Weile überlegen mußte, bis sie mir wieder eingefallen sind. Man schreibt das auch tatsächlich watteln, mit Doppel-t, obwohl man es im Fränkischen natürlich "waddeln" ausspricht.
Aber vor allem haben wir es genossen, zusammen zu sein und wieder einmal festgestellt, daß ohne den anderen einfach alles doof ist. (Zu diesem Thema kann ich auch eine sehr nette Buchempfehlung abgeben: "Ohne dich ist alles doof" von Stefanie Rölz. Sehr empfehlenswerte Lektüre :)


Und nun hier für meine treue Leserschaft noch ein paar Fotos von dem glücklichen Paar, die an diesem Wochenende geschossen wurden.













Mittwoch, 1. November 2006

Wunderhübsche Bruchbuden

Heute hab ich mal die ganzen wunderschönen Semurer "Bruchbuden" zum Thema meines Blogs gemacht, weil die mit ihrem ganz eigenen Charme ganz entscheidend zum Semurer Flair beitragen. Sie zeigen auch ziemlich deutlich, daß der Stadtkern von Semur nicht erst im Jahr 2000 erbaut wurde :)













Und das hier ist unsere Lieblingspizzeria - von hinten. Die Pizza ist dort wirklich ganz große Klasse, man sollte also definitiv nicht vom äußeren Eindruck auf die Qualität schließen :)