Montag, 31. Januar 2011

Was für ein Lauf, mitten in der Nacht.

Prokrastination kann im Endeffekt sehr positive Ergebnisse hervorbringen, das habe ich gestern zweifelsfrei festgestellt.

Es war Sonntag, und natürlich wollte ich laufen. Klar.

Eventuell sollte es sogar ein etwas längerer Lauf werden. Ich hatte im Hinterkopf so ein bisschen den Wunsch, die 70 Wochenkilometer für diese Woche vollzumachen, und dafür hätte es gestern einen Lauf von 24 Kilometern gebraucht.

Könnte ich ja machen, dachte ich. Ja, das wäre gut. Prima, das mach ich.

Und so schob ich es ausführlich vor mir her.

Am Vormittag erstmal genüsslich mein Müsli gefrühstückt und meinen Tee getrunken. Ja, und das muss man dann ja erstmal verdauen und so, bloss kein Stress! Die Miezen wollen auch ausführlich versorgt werden, und so wurde es ganz schnell Nachmittag, an dem mich eine solche extreme Müdigkeitswelle übermannte, dass ich sie einfach nicht ignorieren konnte. Ging nicht.
Ein Nachmittagsschlaf musste sein, ging nicht anders, echt jetzt. (Das mache ich normalerweise NIE.) Als ich das Charly ankündigte, fragte der verwundert, wann ich denn laufen gehen wolle, es werde doch dann schon wieder bald dunkel? Nur keine Panik, ich gehe heute noch laufen, erwiderte ich, dann eben heute abend. Charly sah mich zweifelnd an, kennt er mich doch und weiss, dass der Abend für mich eigentlich nur noch die Zeit ist, wo ich ins Bett gehe und sonst nichts.
Aber ich war guter Dinge, und tatsächlich schnürte ich gegen viertel vor acht, als es draussen natürlich schon stockdunkel war und es minus acht Grad hatte, die Laufschuhe. Ich fühlte mich jetzt fit und wollte laufen.

Die 24 km hatte ich mir für diese Uhrzeit natürlich abgeschminkt, aber ich wollte doch gerne zumindest 14 km machen, um zumindest die 60 Wochenkilometer vollzumachen..... und so lief ich, und es lief gut. Ich hatte mir genau die gleiche Strecke ausgesucht wie vor zwei Wochen, bei meinem desaströsen 30er, da es da einen Radweg geht und die Strasse durch viele Dörfer führt, es ist also einigermassen hell.

Ja, und dann lief es einfach nur wie am Schnürchen.... ich wollte auf dem Hinweg 7 km machen und dann umdrehen, um auf 14 zu kommen, aber bei der 7 war ich gerade so schön drin und sagte mir, machste halt noch einen, dann haste 16.... und so ging das weiter bis ich mir sagte, machste halt noch bis 10, dann kommst du auf 20.... und als ich dann bei 10 war, dachte ich mir, jetzt sind es auch nur noch zwei bis zur 12, und wenn du die hast und wieder umdrehst, kommst du tatsächlich auf deine 24, die du ja so gerne wolltest..... und genau so hab ich das dann auch gemacht.

Das leicht Gruselige dabei war, dass ich, um bis zur 12 zu kommen, noch ein kleines Stückchen in den Wald laufen musste, und ich kann euch sagen, so ein stockdunkler Winterwald in der Nacht um halb zehn bei minus acht Grad ist irgendwie total gruselig!! Überall knacht irgendetwas, und ich sagte mir nur, mach dich jetzt nicht verrückt, nur noch ein kleines Stückchen und dann drehst du wieder um, das ist der gleiche Wald wie tagsüber, nur eben in dunkel.......

Und dann drehte ich wieder um, hatte erneut 12 Kilometer vor mir, aber diesmal schreckte mich diese Vorstellung gar nicht, ich hatte einfach nur meinen Spass. Aber wie! Von Kilometer 16 bis 23 habe ich dann das Tempo angezogen und lief alle Kilometer in einer Pace von gut unter 6, na also, es geht doch noch.

Zuhause angekommen, empfing Charly kein Häufchen Elend wie vor zwei Wochen, sondern einen strahlenden Hasen, dem zwar die Haare, die unter der Mütze hervorguckten, gefroren waren, der aber ansonsten absolut euphorisch ob dieses tollen Winternachtlaufes war!

Ich hätte diesmal auch noch gut weiterlaufen können, aber irgendwann will man ja auch mal ins Bett, nicht wahr....

Es geht also doch noch.
Ich kann noch lange Läufe machen, ohne nach 15 Kilometern daran zu verzweifeln.
Ich bin so froh und so erleichtert!

Sonntag, 30. Januar 2011

Raubtiere

Nachdem ich gerade bei Lizzy die neuesten Katzenfotos bewundert habe, fiel mir auf, dass es bei mir ja auch schon wieder viel zu lange her ist.... hier also eine kleine Sammlung der Fotos der letzten Wochen.....

Katzen sind Raubtiere.... und strahlen eine immense Bedrohlichkeit aus, wie man sieht! ;-)




Aber auch gekämpft wird immer noch fleissig, so ist es ja nicht.



Meist wird schrecklich viel Blödsinn gemacht.
Aber sie können auch wie zwei Porzellanpüppchen auf dem Sofa sitzen, als ob kein Wässerchen sie trüben könne.



Das ist die Lieblingsposition, wenn ich unten staubsauge - man hat alles im Blick, denn man ist ja neugierig und will nichts verpassen, und kann sich bei akuter Gefahr aber doch schnell nach oben verdrücken.



Ansonsten wird immer noch gerne engumschlungen geratzt.




Unsere beiden Schönheiten!



Sonntag, 23. Januar 2011

Planlos laufen ist schön! ;-)

Ich habe nach dem desaströsen langen Lauf von letzter Woche also "freegestylt" diese Woche - und es hat mir unheimlich gutgetan. Kein Tempo, keine Intervalle, einfach nur laufen, so wie ICH das wollte, und nicht, wie ein Plan es mir vorschreibt. Das war gut.

Ich kann mir momentan nicht wirklich vorstellen, in den Plan wieder reinzufinden - er kommt mir mittlerweile einfach vor wie ein zu enges Korsett, das mich nicht atmen lässt, und das bekommt meiner Freiheitsliebe nicht.
Laufen soll mir Spass machen, und das hat es diese Woche endlich mal wieder getan.
Heute hatte ich mir z.B. nichts vorgenommen, ich bin losgelaufen und wollte einfach mal schauen, wie weit ich komme und wie es wird - und es wurden letztendlich 17 Kilometer, die schön waren und mir Freude gemacht haben. Die letzten drei noch in unter 5:30 - und das, weil ICH es so wollte, und nicht, weil der Plan es vorschrieb.
Laut Plan hätte ich heute 32 km laufen sollen - nee, was war ich froh, dass ich das heute gelassen habe, es wäre nix Gutes dabei rausgekommen!

Also, langer Rede kurzer Sinn, ich bin erstmal raus aus dem präzisen Sub-4-Training. Vielleicht finde ich wieder rein, ich weiss es nicht, es kann durchaus sein..... aber wenn nicht, dann ist es nicht schlimm. Schlimm wäre es, wenn ich mir von dieser Sub-4-Marathon-Vorbereitung das Leben vermiesen liesse!

Ich will laufen und Spass dabei haben. Stress habe ich im täglichen Leben schon genug.

Montag, 17. Januar 2011

Sub-4-Projekt steht auf der Kippe

Was kann ich Neues von meinem Lauftraining berichten? Leider nichts wirklich Gutes.
Ich laufe viel im Moment, diese Woche waren es 69 Wochenkilometer, letzte Woche waren es 70.

Gestern bin ich 30,2 km gelaufen.

Es war der ideale Lauftag - das Wetter ein absoluter Traum, idealer ging es gar nicht, es war 8° warm, die Sonne schien, am blauen Himmel war kein einziges Wölkchen zu sehen und es war windstill. Noch dazu habe ich eine neue, einigermassen flache Strecke gefunden, die durch einen (einigermassen flachen) wunderschönen Allgäuer Wald geführt hat, den ich noch nicht kannte..... alles perfekt.... eigentlich.

Aber trotzdem - ab Kilometer 17 ging es los.
Ich habe es gehasst, so richtig. Ich wollte nicht mehr so weit laufen, mein Kopf hat dichtgemacht, ich hatte Zweifel an allem und vor allem an MIR, ich war mir sicher, dass ich das doch eh nie im Leben schaffe, und ich hatte schlicht und einfach null Spass an der Sache, es war nur noch eine Qual.
Die letzten 10 Kilometer war ich so elend drauf, dass ich abwechselnd heulen wollte und Wutanfälle hatte. So sollte sich das aber nicht abspielen, oder?

So langsam werden diese langen Läufe ECHT zum Riesenproblem für mich, und ich kapiere das nicht, ich habe sie früher immer so gerne gemacht! Die langen Läufe waren etwas ganz Besonderes, auf das ich mich gefreut habe, natürlich waren sie auch anstrengend, das sind sie immer, aber ich war stolz auf mich, dass ich das kann, ich hatte meine ganz eigene Freude daran..... und jetzt will ich es einfach nur noch sein lassen.

Ganz ehrlich, ich überlege mir gerade, das ganze Sub-4-Projekt hinzuschmeissen. Es sollte eigentlich Spass machen, und das macht es mir gerade nicht mehr. Und irgendwie habe ich die (nicht unbegründete!) Befürchtung, dass ich mich weiter durch den Plan quäle, und dann springt am Tag X wahrscheinlich so etwas wie eine 4:05 raus, also nicht einmal eine neue Bestzeit, und dann wäre ich wirklich unendlich frustriert.

Noch dazu setzt sich gerade die Überzeugung in mir fest, dass ich schlicht und einfach nicht die nötige Grundschnelligkeit habe, die es für eine Sub-4 im Marathon braucht.

Die Welt dreht sich mit Sicherheit genauso weiter, auch wenn irgendsoein rennender Hase aus dem Allgäu keine Marathonzeit von unter 4 Stunden vorweisen kann...... ja, so grübele ich gerade vor mich hin.

Sonntag, 9. Januar 2011

Geschlafen....

.... wird nach wie vor viel und gerne. Und das aber bitte in allen möglichen Positionen. Hier nur ein paar Beispiele, die aber natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben! ;-)


Völlig vertrauensvoll auf dem Rücken liegend, alle vier Pfötchen von sich streckend....



... auf Charlys Schoss....



... Rücken an Rücken...



.... und sich dabei gaaaaanz lang machend.... (ja, sie schläft hier tatsächlich, tief und fest!!)



... im Kaffee- und Keksregal....



... na ja, zumindest so lange, bis der kleine schwarze Teufel wieder hinterrücks angeschlichen kommt und ihre Lieblingsdisziplin trainiert, den Nackenbiss. Aber er hat das sehr gerne, unser Herr Lehmann.



Die Schwester lieb im Arm haltend, die sich dabei völlig gehen lässt und die Zunge raushängen lässt.



Und dann auch noch so...



... oder so...



... oder eben so. Wir haben uns ja sooo lieb!



Auch völlig entspannt über Charlys Arm hängend geht das prima.



Man beachte die Kratzer an seiner Hand!

Hach, was haben wir eigentlich ohne unsere supersüssen Miezen gemacht? Ich mag es mir gar nicht mehr ohne sie vorstellen.

Freitag, 7. Januar 2011

Darf ich vorstellen....

... das ist Herr Lehmann.





Nicht immer so friedlich schlummernd, wie es auf viele Fotos den Anschein hat...



... sondern immer wieder sehr gerne mit seiner kleinen Schwester am Kämpfen.



Hierbei erfreut sich der gemeine Nackenbiss sehr grosser Beliebtheit und wird immer wieder gerne genommen.



Aber das nur nebenbei.
Warum also Herr Lehmann?
Nun, ich finde, dass dieser herrlich banal klingende Name ganz wunderbar zu unserem edlen Katerchen passt, gerade wegen dieser Gegensätzlichkeit. Ich finde einen Katernamen, der mit "Herr" anfängt, einfach .... herrlich ;-)
Des weiteren wurde unser Katerchen nach einem Romanhelden benannt, es handelt sich hierbei um das göttliche Buch Herr Lehmann von Sven Regener. Wir sind grosse Fans von Sven Regener und seiner Band Element of Crime, deswegen hat dieser so wunderbare banale Name für uns eine ganz besondere Bedeutung.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Neue Geschlechterverteilung im Hasenhaushalt

Kleine Situationsänderung. Charly braucht jetzt nicht mehr fröhlich "na, Mädels?!" zu rufen, wenn er von der Arbeit heimkommt und die Türe aufschliesst. Nein, das Geschlechterverhältnis ist jetzt wieder ganz gleichmässig verteilt. Ich kann es offiziell bestätigen, es besteht wirklich kein Zweifel mehr daran. Unser kleines Zimtsternmädchen,




... mit den wunderschönen blauen Augen,



... das den doch sehr weiblichen Namen Cannelle trägt,



... ist ganz eindeutig ein KATER!!!



Nun brauchen wir für dieses wunderhübsche Katerchen natürlich einen neuen Namen.



Möglichst männlich sollte er sein, damit der kleine Kerl kein Identitätstrauma zurückbehält - natürlich kamen in der Hinsicht von Charly gleich ein paar sehr handfeste Vorschläge wie Terminator, Rambo, Gladiator oder The Unforgiven, aber da habe ich dann jeweils ganz schnell mein Veto eingelegt!!

In der engeren Auswahl stehen momentan folgende Namen:
Sir Toby, Mr Winterbottom (ja, wir sind Fan von Dinner for One), oder auch Herr Lehmann nach dem gleichnamigen Buch von Sven Regener, das ich sehr liebe. Auch Schewardnadse fände ich klasse, geklaut von Ralf König.

Über konstruktive Stimmenabgaben würde ich mich freuen, aber die letztendliche Entscheidung wird natürlich bei uns liegen! ;-)

Montag, 3. Januar 2011

Oh what a life.








Und jetzt das Beste:



Hihi =)

Samstag, 1. Januar 2011

Mein erster Zehn-Kilometer-Lauf

Zunächst einmal ein frohes neues Jahr mit all den besten Wünschen an alle meine treuen Leser, ich wünsche euch für 2011 nur das Allerbeste und Allerschönste!

So, nun bin ich also meinen allerersten Zehner gelaufen, gestern, in Kempten, um 13.30 Uhr. Ich war selber ganz erstaunt darüber, wie wahnsinnig aufgeregt ich war.
Nur mal für die Statistik: ich laufe jetzt seit 11 Jahren, bin in dieser Zeit 18 Halbmarathons (= 21.1 km), sieben Marathons (= 42.2 km) und noch einige andere "krumme" Wettkämpfe gelaufen, aber ich war vor keinem (!!) so irre nervös wie vor diesem Zehn-Kilometer-Lauf. Ein Zehner ist fies - man läuft ihn immer schnell, so schnell man eben kann, um zu sehen, was geht, was man drauf hat. Und wenn man so an der persönlichen Grenze läuft, dann werden diese sonst eigentlich eher läppischen zehn Kilometer eben furchtbar lang. Ist das nachvollziehbar?

Ich habe bereits eine "inoffizielle" 10-km-Bestzeit, die ich lustigerweise während eines Halbmarathons gelaufen bin, nämlich 51 Minuten und 19 Sekunden. Über diese Zeit war ich im Mai überglücklich, ich war da nämlich gar nicht trainiert, im Gegensatz zu jetzt..... und mein Traum ist es, die 10 Kilometer eines Tages unter 50 Minuten zu schaffen.
Mein Verhängnis gestern war nun, dass ich einerseits ganz genau wusste, dass das nicht möglich sein würde, da die Strecke nun einmal nicht flach war und der Veranstalter in seiner Ausschreibung selber schreibt, dass die Strecke nicht bestzeitenfähig ist (und wenn ein Veranstalter so etwas schreibt, dann sollte man ihm das schon glauben!!).
Andererseits wollte ich aber doch so gerne zumindest die 51:19 knacken - schliesslich bin ich gerade so gut im Training, und überhaupt, wer den Marathon unter vier Stunden schaffen will, muss doch eigentlich den Zehner unter 50 draufhaben! So habe ich mir selber einen völlig blöden und vor allem kontraproduktiven Druck aufgebaut.
Und dementsprechend scheisse habe ich mich dann während des ganzen Laufes gefühlt. Ich sag's euch - Zehner sind schlimm!! ;-)
Charly lief an meiner Seite und wollte mich bremsen, falls ich gleich am Anfang viel zu schnell losrennen würde, denn das ist ein absolutes No-Go.... aber ich war brav und bekam dafür auch ein Lob von ihm. Der erste Kilometer lief prima, in knapp unter fünf Minuten, und ich habe mich noch richtig gut gefühlt. Ich fing dann aber an, mich wesentlich weniger gut zu fühlen, als "der Berg" zum erstenmal kam, den es dreimal zu bezwingen galt, das verdammte Ding.
(Und da können alle Allgäuer der Welt noch so oft behaupten, das sei nur ein "Hügel", für mich war das ein Berg!!!)
Natürlich verliert man da gewaltig an Tempo, und ich habe es einfach nicht geschafft, das hinterher wieder reinzuholen. Ich konnte die 5-Minuten-Pace einfach nicht halten, auch auf den flacheren Passagen nicht mehr, es ging nicht, es war mir zu schnell. Ich quälte mich, empfand das Tempo als sehr unangenehm - war aber gleichzeitig doch viel langsamer, als ich eigentlich sein wollte, und darüber baute sich dann zunehmend Frust auf, der Lauf wurde immer quälender, ich sagte mehrmals zu Charly, "so ein Zehner ist echt genauso scheisse, wie ich es schon immer befürchtet habe!", teilweise wollte ich stehenbleiben und heulen, weil ich mich selbst so restlos unfähig fand. Ich kann dann so gnadenlos gemein zu mir selbst sein, ohne jegliches Verständnis mit mir selbst, das ist schon krass. Immer dann, wenn ich wieder einigermassen drin war im Rhythmus, kam er wieder, der BERG. Und wieder hoch. Und wieder NOCH mehr keuchen. Und wieder geht es dahin mit der Pace. Ich hatte teilweise eine Pace von 5:30 und noch langsamer, damit kann man natürlich keine Sub-50 laufen.
Ich spare mir jetzt weitere Ausführungen - dieser Lauf war von Anfang bis Ende eine einzige Qual, und als ich schliesslich mit einer selbstgestoppten Nettozeit von 52:52 über die Ziellinie lief (es gab nur Bruttozeiten vom Veranstalter), schmiss ich mich erstmal übers Geländer und fing an zu heulen. Und diesmal waren das nicht, so wie bei meinen Marathons, Freudentränen, sondern reine Frusttränen. Ich empfand diese Zeit als entwürdigend schlecht, wo ich mich doch SO gequält hatte. Charly streichelte mir ein bisschen hilflos den Rücken und wusste gar nicht so recht, was er mir sagen sollte..... auch Werner, der mit uns nach Kempten gefahren war, war da und war recht erstaunt über meinen Anblick.... in meinem Kopf war einfach nur drin, wer nicht mal die Sub-50 auf 10 Kilometer schafft, der kann auch keinen Marathon unter 4 Stunden laufen, eigentlich kann ich ja gleich wieder aufhören mit dem Marathontraining, bringt doch eh nichts, ich bin doch viel zu schlecht und lahm und mache mir selber nur was vor, wenn ich ernsthaft glaube, das schaffen zu können. Gedanken können ja so destruktiv sein.

Und jetzt meine heutige Analyse, nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe und wieder etwas milder mit mir selbst bin: ich habe echt einen Knall, dass ich so gnadenlos hart zu mir selbst bin in meinem Urteil. Hey, Hase, diese 52:52 sind total okay! Es WAR keine Bestzeitenstrecke, schon vergessen? Ich bin einen durchaus ordentlichen erste Zehner gelaufen, mit BERG ;-), und ab jetzt wird öfter mal ein Zehner gelaufen, um ihm diesen Schrecken zu nehmen! Jawohl.

P.S. Wisst ihr eigentlich, wie TOTAL tröstend zwei schnurrende Katzenbabys sein können, die sich nach so einem Erlebnis an dich kuscheln? Hach....