Donnerstag, 31. Juli 2008

Des Hasen wundersame Heilung!

Ihr erinnert euch?
Vor fast genau drei Monaten, am 3. Mai 2008, unternahm ich eine Tour mit meinen Inlinern durch das wunderschöne, frühlingshafte Allgäu und stürzte dabei. Ich fiel auf den Rücken und hatte seitdem ziemlich schlimme Schmerzen. Laufen ging anfangs gar nicht, und dann später mehr schlecht als recht, es tat einfach immer zu weh. Ich wurde immer frustrierter, verkrampfte mich immer mehr, wodurch der Schmerz natürlich auch nicht besser wurde. Ein Teufelskreis!
Vor ein paar Wochen wurden dann Röntgenaufnahmen gemacht, die deutlich zeigten, dass meine Knochen in Ordnung waren. Keine Fraktur und auch sonst nichts Auffälliges. Das beruhigte mich natürlich ungemein, ebenso wie die Aussage meines Physiotherapeuten, dass er auch nach mehreren Untersuchungen keine Blockade des Iliosakralgelenks feststellen könne, dass ich ruhig laufen könne und dass es dadurch nicht schlimmer werden würde.
Das war alles schön und gut, aber es tat eben nach wie vor weh, und wir wussten nicht so recht warum.
Und dann hatte ich letzte Woche einen Termin bei jenem französischen Orthopäden und Sportmediziner, der gleichzeitig auch Osteopath ist und Akupunktur macht. Ich hatte viel Gutes über ihn gehört, ging aber trotzdem eher skeptisch zu der Untersuchung - wie sollte ausgerechnet der mich jetzt auf einmal von meinen Schmerzen befreien können?
Als ich an der Reihe war und er mich fragte, was er für mich tun könne, erwiderte ich, "ich bin verzweifelt und hoffe so sehr, dass Sie mir helfen können", und ich schilderte ihm meine ganze Misere. Er sagte, er werde sein Bestes tun, ich solle mich doch schon einmal freimachen und auf die Liege legen, und dann schnappte er sich meine Röntgenbilder und verliess das Zimmer. Ich wartete. Und wartete. Und wartete noch ein bisschen länger. Bis auf einmal die Tür wieder aufging, er wieder hereinkam und mir sagte, "So. Ich habe die Lösung für Ihr Problem und bin mir sicher, dass ich Ihnen helfen kann." Mit diesen Worten legt er mich auf die Seite, und während er mir ganz nebenbei einige Akupunkturnadeln anlegte, erklärt er mir, dass die Ursache meiner seit Monaten andauernden Schmerzen ein hoffnungslos verhärteter Muskel sei, der aber an der Seite liege und nicht am Rücken, wo der Schmerz sitze. Dieser steinharte Muskel sei aber die Ursache für die Schmerzen am Rücken, und durch meine verkrampfte Haltung und meinen Frust über die ganze Zeit habe ich es natürlich unbewusst nur noch schlimmer gemacht und sei in einen richtigen Teufelskreis geraten. Und er werde mir nun diesen Muskel wieder weichmachen und so den Teufelskreis durchbrechen.
Dann liess er mich erst einmal mit den Akupunkturnadeln liegen, und ich versuchte, das mir soeben Erklärte zu verarbeiten. Ein Muskel!!
Als er nach einer Weile zurückkam, entfernte er die Nadeln und fragte mich, wie es mir gehe. Und dann erklärte er mir, er werde jetzt am Muskel selbst arbeiten, er werde versuchen, ihn wieder weich und geschmeidig zu machen. Dazu bediente er sich einer Art kleinen Foltergeräts mit drei runden Enden - ich kann es schwer beschreiben, "wundersames Foltergerät" muss also genügen..... er fing an, mit diesem Gerät an dem besagten Muskel herumzukneten, und ich sage euch - ich habe gejodelt vor Schmerzen. Hölle. Er sagte mitfühlend, ja, das tue jetzt weh, er wisse das, aber da müssen wir jetzt durch. Und knetete und massierte weiter, immer an derselben Stelle. Ich biss ins Kissen, um nicht laut aufzuschreien, und zählte die Sekunden. Au, au, au, AU, AUA.
Nach gefühlten (!) drei Stunden war er dann fertig.
Und was soll ich sagen? Am nächsten Tag hatte ich an der Stelle des verhärteten Muskels zwar einen blauen Fleck, aber die Schmerzen am Rücken waren fast ganz verschwunden. Ich bin inzwischen auch wieder gelaufen, im Allgäu, elf schnelle Kilometer - und nichts tat weh.
Der Mann hat mich gesund gemacht!!!
In zwei Wochen muss ich noch einmal hin, zur Kontrolle, aber es geht mir ja jetzt schon so unsäglich viel besser.
Und Wolfgang, du hattest auch völlig recht mit deiner Diagnose - es lag wirklich keine Blockade des ISG vor! :o)

Freitag, 18. Juli 2008

Ich ziehe um.

Mir reichts. Das Fass ist übervoll, es ist bereits übergelaufen. Ich dachte, die Europameisterschaft sei lärmtechnisch schlimm gewesen (das war sie auch), und danach würde alles nur besser werden, und vielleicht könnte ich mich daran gewöhnen, hier im Stadtzentrum zu wohnen, was ja auch seine Vorteile hat. Aber Pustekuchen. Nichts ist besser. Es wird immer schlimmer.
Es ist Sommerzeit, Urlaubszeit, Ferienzeit, und ich schlafe jede Nacht bei geschlossenem Fenster (im Sommer!) und meist auch mit Ohrenstöpseln. Nachts wird gegröhlt, gekreischt, gekichert, und gerne auch im volltrunkenen Zustand gesungen, das ist ganz besonders reizvoll. Dabei ist es ganz egal, ob es sich um einen Wochentag oder ums Wochenende handelt. Mofas fahren unter meinem Fenster vorbei - natürlich auffrisierte Mofas - MÖÖÖÖÖÖÖHHH. Auch LKW machen sich auf dem Kopfsteinpflaster besonders gut, die dann allerdings eher frühmorgens und gerne auch tagsüber. BRRRUUUMMSCHEPPERKRACH. Dienstagabends findet grundsätzlich hier gegenüber eine Blasmusik-Party mit einer Art elsässischem Schuhplattler statt - ja bin ich denn hier auf dem Oktoberfest? Donnerstags ist auf der anderen Seite des Hauses immer eine Party, die lärmmässig der Blasmusikparty in nichts nachsteht. Und heute, heute ist irgendeine Art Ramsch-Markt direkt hier vorm Haus (alles, was in Colmar stattfindet, findet immer direkt vor meinem Haus statt, übrigens!), die Touristen sind happy, und als Krönung hat sich dazu ein Panflötenspieler eingefunden, natürlich mit ordentlichem Verstärker, so dass ich sogar bei geschlossenen Fenstern hier in der Wohnung fast durchdrehe. Der Auslöser für meinen absolut sicheren und definitiven Umzugsentschluss war aber, als er soeben in voller Lautstärke und voller Hingabe Still loving you von den Scorpions spielte.
Auf der Panflöte!!! Zu Hülf!!
Ich ziehe um. :o)

Montag, 14. Juli 2008

Ich hab ein Fahrrad!

Und ich bin so happy!

Na ja, wirklich "haben" habe ich es in dem Sinne noch nicht wirklich, aus folgenden Gründen:

  • ich habe mich in Freiburg für ein Rad entschieden
  • ich fahre derzeit einen Leihwagen der Marke "Mini", und der ist ganz genau das - nämlich mini
  • das Rad hat da definitiv nicht reingepasst.

Buääh, ist das gemein - ich will doch gleich losradeln - jetzt muss ich bis nächste Woche warten, bis ich mein anderes Auto bekomme, in das das Rad reinpasst.
Oder ich fahre mit dem Zug von Colmar nach Freiburg und mache als Jungfernfahrt gleich mal eine 50-km-Tour. Öhm. Kann ich das schaffen? Wenn man 42.2 km laufen kann, dann kann man doch 50 Kilometer mit dem Fahrrad fahren, oder?


Ich habe mich letztendlich für ein leichtes, flottes Crossrad entschieden, das in erster Linie sportlich ist, und das man bei Bedarf aber auch auf alltagstauglich umbauen kann. Und ich bin so froh, dass ich mir kein Rennrad gekauft habe. Ein Rennrad, das passt doch gar nicht zu mir. Wirklich nicht. So ambitioniert radfahren will ich gar nicht, ich will mich auf dem Rad in erster Linie wohlfühlen. (Von den unsäglichen Klickpedalen mal ganz abgesehen, mit denen es mich garantiert mindestens fünfmal auf die Nase hauen würde, bis ich das kapiert und verinnerlicht hätte, ich kenne mich - und von Stürzen jeglicher Art hab ich erstmal genug!!) Aber sportlich soll es natürlich trotzdem sein. Und so habe ich mich heute für das Strada 800 von der Marke Stevens Bikes entschieden. Es ist wunderhübsch und leicht und flink und passt genau zu mir und zu dem, was ich damit vorhabe. Und im Gegensatz zu dem ursprünglich von mir ausgesuchten Trek Madone 4.7 habe ich auch noch ein paar Euro gespart, was ich nicht wirklich schlimm finde. Danke, Kathrin, dass du mich auf die Marke Stevens Bikes aufmerksam gemacht hast! Und danke, Uli, dass du mir überhaupt erst gesagt hast, dass es Crossbikes gibt.

Sonntag, 13. Juli 2008

Neue Ziele

Der Rücken ist viel besser geworden, aber der Schmerz ist immer noch nicht ganz weg. Ich kann ihn zwei Tage lang gar nicht spüren und mich dann irgendwie unglücklich auf den Rücken legen und zack, ist er wieder da, genau wie gehabt. Das macht es mir nicht wirklich leichter, mich zu entkrampfen, die Sache einfach mal zu vergessen und so zu tun, als sei wieder alles gut.
Ich laufe wieder, aber - ich bin dabei alles andere als entspannt. Die Angst läuft mit, dass der Schmerz wieder genauso schlimm wie eh und je da ist, sobald ich auch nur einen Kilometer zu viel laufe, also traue ich mich nicht, die 8-Kilometer-Marke zu überschreiten. Und 8 Kilometer empfinde ich nicht wirklich als befriedigend. Ich will so gerne wieder nach meinem Vic-Plan trainieren, der nun schon seit 10 Wochen auf Eis liegt, will wieder Tempoläufe machen und Intervalltraining, und am Wochenende will ich lang laufen, 25 km und mehr.
Aber ich will mich nicht beklagen, es geht ja aufwärts, das schon, und Ende Juli habe ich einen Termin bei einem renommierten Colmarer Orthopäden, der gleichzeitig auch Osteopath ist und für den die Leute weite Wege auf sich nehmen. Das klingt doch vielversprechend.
In den letzten Wochen ist mir einmal mehr klargeworden, dass ich mich vom Laufen ein kleines bisschen zu sehr abhängig mache. Läuft es gut, wie Anfang 2008, ist der Hase happy. Läuft es nicht, wegen irgendeiner Verletzung, ist der Hase am Boden zerstört. Ich will das nicht mehr. Und genau aus diesem Grund ist in den letzten Wochen eine Idee in mir gereift, an die ich schon des öfteren gedacht habe, aber ich habe sie nie in die Tat umgesetzt. Und jetzt will ich sie in die Tat umsetzen. Ich habe eine Riesenlust darauf. Ich bin ganz heiss! :o)
Ich will mich nicht länger nur aufs Laufen beschränken. Ich möchte Ausweichsportarten haben, wenn ich mal nicht laufen kann. Aber natürlich möchte ich trotzdem weiterhin laufen.
Woran denkt der Hase? Richtig.
Ich möchte es mal - ganz vorsichtig!! - mit TRIATHLON versuchen.
Geschwommen bin ich schon immer sehr gerne - auch wenn ich nur Brustschwimmen kann. Aber das soll jetzt erstmal kein Hindernis für mich darstellen.
Mit dem Radfahren stand ich bisher immer so ein bisschen auf Kriegsfuss - das liegt aber meiner Meinung nach vor allem daran, dass ich noch nie ein Rad hatte, das zu mir gepasst hätte. Das letzte Rad, das ich hatte, war ein gebrauchtes Mountainbike, das ich einem 1,88m grossen Mann abgekauft habe. Der Rahmen war schlicht und einfach viel zu gross für mich, es war höllisch unbequem, und so bin ich zu dem simplen Schluss gekommen, dass ich Radfahren nicht mag. Aber das stimmt nicht. Ich muss nur ein gutes Rad finden.
Und jetzt hätte ich so furchtbar gerne eure Meinung, Uli und Kathrin (und natürlich auch von jedem anderen, der sich hier berufen fühlt!)!
Was würdet ihr mir empfehlen?
Gestern waren Charly und ich bei einem Radhändler hier in Colmar, und ich habe mich ganz spontan in das Trek Madone 4.7 verliebt. Mir - als absolutem Laien - scheint das ein Super-Rad zu sein, und ich fühlte mich auch sehr gut beraten. Nun hört man über Trek aber die unterschiedlichsten Dinge, und ich bin verwirrt. Ich würde einfach furchtbar gerne mal eure ganz unvoreingenommene Meinung hören.
Soll ich euch was sagen? Ich freue mich wahnsinnig darauf, meine neue Heimat per Fahrrad besser kennenzulernen!

Sonntag, 6. Juli 2008

Röntgenergebnis und Marmitetest

Nachdem ich mich am Freitag vormittag wieder einmal über die Art und Weise der Franzosen, Röntgenaufnahmen durchzuführen, amüsieren durfte (ich stehe schon leichtbekeidet und aufnahmebereit vor dem Strahlengerät, ohne irgendeine Art der Schutzbedeckung, als die Dame mich kurz vor Abdruck des Strahlenknopfes noch so ganz nebenbei fragt, "ach ja, Sie sind nicht zufällig schwanger, oder?"), habe ich nun das Ergebnis - meine Knochen sind tiptop. Keine Fraktur, kein Riss, rein gar nichts, ich habe eine Bilderbuchwirbelsäule. Ein leichter Beckenschiefstand ist zu sehen, aber das ist nichts Neues für mich, den habe ich schon immer.
Schön und gut. Aber warum in aller Welt tut es dann immer noch WEH??!!
Mit diesen Bildern bewaffnet begab ich mich dann umgehendst nach Freiburg zum Arzt meines Vertrauens (es ist schon toll, in Colmar zu wohnen), der bei deren Anblick zunächst einmal in absolute Ekstase bezüglich ihrer Qualität gerät: "Mei, die Franzosen, die haben einfach Top-Röntgengeräte, da können wir in Deutschland nur davon träumen, eine viiiel bessere Qualität ist das. Schauen Sie sich einmal diese Traum-Röntgenbilder an!!"
Ach so. Darf frau deswegen beim Strahlenbeschuss auch schwanger sein und es macht nichts?
Wie auch immer, mein Doktor meint, da meine Knochen in Ordnung sind, und mein Physio mit bestätigt hat, dass das ISG nicht blockiert ist, müsse es sich wohl um eine muskuläre Entzündung handeln. Und ich solle laufen gehen und mich von der ganzen Sache nicht allzusehr beeindrucken lassen. Damit hat er sicher recht, denn nach über zwei Monaten ist der schlimmste Blockierer mittlerweile mein Kopf, der Angst hat.
Mein nächster Weg wird mich jetzt zum Osteopathen führen, u.a. auch auf Empfehlung meines Arztes hin. Der Hase will doch endlich wieder hoppeln, nicht nur 5 Kilometer pro Woche!

Aber zum Glück habe ich momentan wunderbare Ablenkung, denn mein allerbester Freund Markus M. aus Berlin weilt zur Zeit bei mir. Wir haben wie immer sehr viel Spass zusammen, und heute morgen beim Frühstück musste er sich natürlich dem Marmite-Test unterziehen. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, ihm das Baguette selber zuzubereiten, es soll ja immer noch Leute geben, die Marmite ohne Butter darunter probieren, welch Frevel. Ich reiche ihm erwartungsvoll das Ergbnis meiner Streichkünste, mit der Bemerkung, "wenn dir das jetzt schmeckt, bist du mein Held."
Markus M. aus B. beisst unerschrocken hinein, kaut, schmeckt, kaut noch ein bisschen weiter, schluckt, und sagt mir dann: "Nun, dein Held bin ich leider nicht."
Nun gut. So sei es denn. Charly wird es freuen, so bleibt für ihn mehr übrig, wenn er sich morgen abend zu uns gesellt.

Montag, 30. Juni 2008

Frust und leckere Erdbeerbowle

Irgendwie tut sich nicht wirklich was mit meinem Rücken. Es wird weder bedeutend besser, noch schlechter, es bleibt einfach gleichbleibend schlecht. Zwei Monate (!!) ist der Sturz mit den Inlinern jetzt her. Das ist verdammt lange. Das finden auch mein Arzt und mein Physio, und deswegen schauen wir jetzt mal rein in den Rücken, machen mal wieder ein Bildchen. Ich wurde ja schon viel zu lange nicht mehr so richtig schön durchgestrahlt. Und dann kriegen wir ihn hoffentlich endlich wieder weg, den Schmerz. Mir reicht es nämlich!

Aber es gibt auch gute Neuigkeiten: die EM ist endlich vorbei! Nach einer weiteren schlaflosen Nacht gestern (mei, haben die 212 Colmarer Spanier sich gefreut und einen dementsprechenden Höllenradau vor meinem Schlafzimmerfenster gemacht) war es das jetzt erstmal wieder mit den Autokorsos.
Und bis zur WM 2010 wohne ich nicht mehr hier, soviel kann ich euch versprechen!

Am Wochenende war ich mit Charly im Allgäu. Dort ist es ja so ruhig nachts - das bin ich ja gar nicht mehr gewohnt, da kann ich ja vor lauter Stille fast nicht schlafen. ;-)
Zum Grillen waren wir am Samstagabend eingeladen, bei Freunden von Charly, das war total nett. Es gab leckere Erdbeerbowle, wusstet ihr, dass die ganz schön ordentlich reinhaut? Vor allem, wenn man am liebsten die in Amaretto getränkten Früchte mümmelt? Und noch viel mehr, wenn man diesen ganzen Effekt noch weiter verstärkt, indem man auf dem 4-Meter-Durchmesser-Trampolin, das da im Garten steht, alles gibt und wie wild darauf rumhüpft? Au wei, war mir schlecht auf der Heimfahrt. Örgs. Also hier noch einmal an Werner, Hilde und Richard, falls ich das am Samstag vergessen haben sollte zu erwähnen: Ich bin fei normal net so. ;-))

Montag, 23. Juni 2008

Kleiner HM-Test bei Mörderhitze

Noch ein Nachtrag: es gibt jetzt eine absolut wunderbare Fotoshow mit herrlich erfrischenden Kommentaren in Lizzys Blog. Unbedingt vorbeischauen! :o)

OK, ich gebe es zu, ich wollte es einfach nur wissen. Gestern war der Elsass-Marathon, auf den ich mich ja nun schon seit Monaten gefreut habe und zu dessen Teilnahme ich auch Lizzy überreden konnte (sie hat mich seit gestern wahrscheinlich schon hundertmal verflucht, und ich kann es ihr nicht verdenken ;-) ). Dass das mit dem Marathon und mir nichts wird, war mir schon seit ein paar Wochen klar, ich konnte ja in den vergangenen Wochen aufgrund meines Rückens so gut wie gar nicht laufen. Aber ich wollte mir doch zumindest die Option des Halbmarathons offenhalten. So bin ich letztes Wochenende zum Test 16 km gelaufen, das ging einigermassen ok, und so habe ich beschlossen, am HM teilzunehmen. Es sollte ein Test sein, denn am 27.07. ist ja auch schon wieder der König-Ludwig-Marathon im Allgäu.
Also fuhren wir am Samstag nach Molsheim bei Strassburg, Charly hat sich auch nur für den HM angemeldet, was für ihn sehr ungewöhnlich ist - denn wenn ein ganzer Marathon angeboten wird, dann läuft Charly den normalerweise auch. Am Abend zur Spätzle-Partie haben wir dann Lizzy und Volker getroffen, das war riesig nett, aber dann hiess es auch schon bald Schlafengehen - ich muss das ja schliesslich ausnutzen, wenn ich mal nicht in Gröhlmar bin und in Ruhe schlafen kann.
Am nächsten Morgen beim Aufstehen wurde uns sehr schnell klar - heute wird es heiss. Richtig heiss. Verdammt heiss. Mein Rücken muckte auch ein bisschen rum, aber das tut er immer nach dem Aufstehen, und so versuchte ich dem nicht allzu grosse Beachtung zu schenken. Wir schmierten uns zentimeterdick mit Sonnenmilch ein, und dann ging es los zum Start. Das Thermometer zeigte bereits jetzt, um halb neun Uhr morgens, 25°. Na das kann ja was werden.
Charly entschloss sich kurz vor dem Start, zusammen mit mir zu laufen, denn irgendwelche Bestzeiten wären bei der Hitze und bei den hügeligen Weinbergen sowieso nicht zu reissen.
Es ging los. Abgesehen von der Wärme fühlte ich mich gut. Mein Rücken fühlte sich eigentlich fast während des gesamten Laufes ok an, geschmerzt hat er dann erst wieder hinterher. (Leider zu sehr, als dass ich das einfach so hinnehmen könnte, und deswegen werde ich mich wohl endgültig vom König-Ludwig-Marathon verabschieden müssen. Ich bin im Moment eindeutig nicht marathonreif. Irgendwann wieder. Hoffentlich.)
Ich mache es kurz, die Hitze war gnadenlos. Das Thermometer stieg bis mittags auf gute 34° an, das war mein heissester Wettkampf bisher. Es lief endlos zäh, und ich versuchte Charly von Anfang an klarzumachen, dass mich eine Zeit von 2:30 heute sicher nicht wundern würde. Charly tat das als absolut lächerlich ab, 2:30 könne ich NIE laufen, das ginge gar nicht, und ich solle nicht so schwarzseherisch daherreden. Na, du wirst schon noch sehen, sagte ich.
Irgendwann kamen dann die Weinberge - und sie trugen den Namen "Berge" zu recht. Es ging so steil: / hoch. Dazu die gnadenlose Sonne, die uns auf die Köpfe brannte. Kein Mensch lief hier mehr, alle gingen. Wir auch. Wir wollten ja nicht als Streber auffallen. Wir dachten voller Mitgefühl an Lizzy, die sich die ganzen 42 Kilometer antat. Bei den Verpflegungsstationen machten wir jedesmal ausgiebigst Halt, mehrere Minuten lang - es war sowieso schon egal. Ich weiss nicht, wieviele Liter Wasser ich während dieser 21 Kilometer getrunken habe, aber es waren viele, viele, und das war gut so. Es gab auch einige Stationen, wo Wein ausgeschenkt wurde - darauf habe ich aber sowas von gerne verzichtet!
Irgendwann wurde uns klar, dass wir das mit den 2:30 tatsächlich nicht mehr schaffen würden - wir würden länger brauchen! Egal. Ankommen war alles. Unterwegs trafen wir auch auf einige umgekippte Läufer, die von den Sanitätern versorgt wurden, da wird es einem schon mulmig, wenn man diese leichenblassen Gestalten so leblos auf der Trage liegen sieht.
Als wir dann endlich ins Ziel krochen, zeigte die Zeit 2:36 an. Das ist ein neuer Langsam-Rekord für mich. Nur mal so für die Statistik: mein bisher langsamster HM dauerte 2:13, und meinem letzten und schnellsten HM bin ich im März in 1:53 gelaufen. Da war ich doch gestern satte 43 Minuten langsamer, und das ganz ohne Pipipause - nicht schlecht, Frau Hase.
Später am Abend erreichte uns dann noch eine SMS von Lizzy, die uns informierte, dass der Marathon aufgrund der vielen umgekippten Läufer dann wohl noch offiziell abgebrochen wurde, sogar von einem Toten war die Rede. Das ist tragisch, und ich habe einen gewaltigen Knoten im Bauch, wenn ich daran denke. Ich habe gestern auch für mich beschlossen, dass ich mir solche Extrem-Hitzeläufe wohl nicht mehr antun werde.

NACHTRAG: Soeben habe ich mir die Ergebnisliste angeschaut, und die spricht Bände: unzählig viele Läufer haben für den HM länger als drei Stunden gebraucht, einige sogar über vier Stunden.

Donnerstag, 19. Juni 2008

Warum ich Deutschland im EM-Viertelfinale die Daumen drücke

Nein, das hat nichts mit einer Art von neu erwachtem Patriotismus meinerseits zu tun, ganz im Gegenteil, ich kriege mittlerweile eine richtige Wut auf diese gesamte fanatische Fussball-EM mitsamt ihren beknackten sinnbefreiten patriotischen Anhängern. Starke Worte aus meinem sonst eher sanften Hasenmund? Nun, da sieht man mal, was extremer Schlafmangel anrichten kann.

Übrigens ist es beschlossene Sache: ich werde wieder umziehen. Diese Design-Wohnung mitten in der Stadt war so ein Fehlgriff, ich kann es gar nicht deutlich genug sagen.

Zum Hintergrund: Am letzten Sonntag hat die Türkei gegen Tschechien gewonnen und zieht somit ins Viertelfinale ein. Folge: die ganze Nacht Autokorso von allen türkischen Einwohnern Colmars (dank Ulis messerscharfer Recherche weiss ich, dass es davon immerhin 2386 gibt), mit Gehupe und sinnlosem, aber extrem lautem Rumgegröhle. An Schlaf war die ganze Nacht nicht zu denken, trotz hermetisch verriegelter Fenster und Ohrenstöpsel. Am Montag siegte dann Deutschland gegen Österreich - woraufhin kein hupender Autokorso durch die Stadt fuhr. Das war so eine Wohltat. Am Dienstag dann der Sieg Italiens gegen Frankreich - da ich in Frankreich wohne, sollte man doch meinen, es wäre dann Ruhe gewesen? Aber nein - prompt war die italienische Community von Colmar zur Stelle, und es folgte genau das gleiche Spiel wie am Sonntag. (Dank Ulis messerscharfer Recherche weiss ich, dass es immerhin 447 Italiener in Colmar gibt.)
Ich werde wahnsinnig.
Nun werde ich heute im Viertelfinale zum ersten Mal alle meine Daumen für Deutschland drücken (nach einem Deutschlandsieg herrscht nämlich Ruhe, wie ich bereits erwähnte), denn Deutschland spielt gegen Portugal, und Portugal stellt in Colmar gleich nach den Türken die zweitgrösste Community dar, mit 968 Personen. (Das hat übrigens Uli herausgefunden. ;-) ) Was da los ist, wenn die Portugiesen heute gewinnen, wage ich mir wieder einmal gar nicht vorzustellen.
Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland gegen Portugal gewinnt, ist wohl doch sehr gering, oder?
Versteht mich richtig: mir ist das sowas von egal, wer Europameister wird.
Ich will einfach nur schlaaa-fen !!!

Samstag, 24. Mai 2008

Zwischenmeldung

Ich möchte mich bei meiner werten Leserschaft entschuldigen, dass ich mich im Moment sowohl in meinem als auch in anderen Blogs sehr rar mache. Das liegt schlicht und einfach daran, dass ich momentan noch mit diversen Dingen zu kämpfen habe, die mir den letzten Nerv rauben. Hier nur eine kleine Auswahl:
- mein geprelltes ISG, das seit meinem Inlinersturz vor drei Wochen unverändert stark schmerzt und mich nicht laufen lässt,
- die gefühlten (!) 268 Kilo, die ich seitdem zugenommen habe,
- France Télécom, die.... ach, ich erspare euch die traurigen Details,
- mein PC, der jetzt auch noch zu spinnen anfängt und nach ein paar Minuten regelmäßig einfriert und es mir unmöglich macht, mit ihm zu arbeiten.
Es werden aber auch wieder bessere Zeiten kommen, und dann lasse ich auch wieder regelmäßiger von mir lesen.
In der Zwischenzeit möchte ich euch aber unbedingt auf diesen Blogeintrag von Anja aufmerksam machen. Anja ist eine Forums- und Blogfreundin, die ich letzte Woche zum ersten Mal persönlich treffen durfte, und das war richtig schön und hat mich auch ganz wunderbar von all dem anderen Ärger abgelenkt. Schaut mal rein, es gibt auch ganz wunderschöne Colmar-Fotos zu sehen bei ihr.

Sonntag, 11. Mai 2008

Umzug mit Hindernissen

Bonjourwiegehts?
Das sagt man im Elsass zur Begrüßung.

Dass Umzüge generell anstrengend, nervig und beschwerlich sind, ist wohl eine allgemein anerkannte Tatsache. Dass es bei France Télécom ewig und drei Tage dauert, bis man einen funktionierenden Telefon- und Internetanschluss hat, auch.
Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich nun hinzufügen: wenn man drei Tage vor dem Einzug beim Inline-Skaten auf den Ar... fällt, sich dabei das Iliosacralgelenk heftigst prellt und sich quasi nicht mehr bewegen kann, weil einem bei jeder Bewegung ein höllischer Schmerz in den Rücken fährt, dann macht das die beiden oben bereits genannten Tatsachen nicht gerade leichter erträglich.

Aber von vorne. Vor gut zwei Wochen haben Charly und ich zum letztenmal die Tür unseres geliebten Semur-Hasenstalls abgeschlossen - da waren wir aber beide ganz schön bedröppelt. Wir haben einfach unseren Hasenstall, in den es gelegentlich durchs Dach reingeregnet hat, so sehr geliebt. Dann haben wir uns eine kleine Auszeit in Franken genommen, bei den Haseneltern, und dann ging es zurück ins Allgäu, weil Charly wieder arbeiten musste.
Samstag vor einer Woche wollte ich meinen Gräten dann eine wohlverdiente Laufpause gönnen und habe mich zu einer schönen Inlinertour aufgemacht - bei der es mich so richtig schön heftig mit Schmackes aufs Kreuz gehauen hat. Aua. Weeeh.
(So eine Laufpause ist nämlich verdammt ungesund, das möchte ich hier jetzt einmal ganz entschieden festhalten!! )
Das Ergebnis dieses Sturzes ist eine saftige Prellung des Iliosakralgelenks (Diagnose von Wolfgang, dem weltbesten Phyio vom Pulz in Freiburg). Das wird wohl wieder gut, aber es braucht nun ein bisschen Zeit und Geduld. OK, damit kann ich leben, auch damit, dass wieder einmal Laufpause bei mir angesagt ist , es lief ja schon viel zu lange viel zu gut bei mir. Nur ist es bei einem Einzug in eine neue Wohnung einfach so verdammt hinderlich, wenn einem bei fast jeder Bewegung ein höllischer Schmerz in den Rücken fährt - es wollen Kartons ausgepackt werden, alte Sachen entsorgt, und vor allem, es wollen neue Möbel gekauft und montiert werden, denn im Semurer Hasenstall besaß ich keine eigenen Möbel, der war möbliert. Ich weiß wirklich nicht, was ich gemacht hätte, wenn Charly sich nicht ein paar Tage freigenommen hätte und mit mir nach Colmar gefahren wäre - nicht viel außer blöd gucken, nehme ich mal an, viel mehr geht einfach nach wie vor nicht bei mir.
Und so sind wir zweimal von Colmar nach Freiburg zu Ikea gefahren, haben Möbel für die neue Hasensuite gekauft bis zum Abwinken, der arme Charly musste sie alle ganz alleine in den zweiten Stock schleppen (ich kann nicht mal beschwerdefrei einen Socken vom Boden aufheben) und dort dann aufbauen. Charly hat gebuckelt ohne Ende, und ich habe getan, was ich eben konnte (das war nicht viel, erwähnte ich das bereits?), und so haben wir es tatsächlich hingekriegt. Alle Möbel sind aufgebaut und stehen an ihrem Platz. Natürlich herrscht noch ein Riesenverhau in der Hasensuite, aber den krieg ich auch noch weg, das Wichtigste ist erst einmal geschafft. Irgendwann bis Anfang Juni wird es France Télécom hoffentlich auch schaffen, mir die Telefonleitung und den Internetanschluss funktionstüchtig zu machen, und irgendwann werden auch die Schmerzen im Rücken weniger, und irgendwann wird dann alles wieder gut.

Charly, hier einfach noch einmal für dich - ich weiß nicht, was ich die letzten Tage ohne dich gemacht hätte (doch: nichts!) - DANKE - was bin isch ohne disch? Nischts!